Der Dürrnberg ist uraltes Siedlungsgebiet. Viele Bewohner waren im Bergbau oder in dazugehörigen Berufszweigen beschäftigt. Nicht wenige Menschen verbrachten einen Großteil ihrer Tage im Berg. Im 17. Jahrhundert wurden hier durch das Salz konservierte keltische Leichen gefunden, vor kurzer Zeit ein Bergmann aus dem Mittelalter. Nicht selten ist es vorgekommen, dass ein Bauer beim Pflügen zum Archäologen wurde. Dieser offenkundig historische Boden ist eine gute Grundlage für Mythen, Sagen und Geschichten. Auch Reformation und Gegenreformation haben ihre Spuren hinterlassen: Der "Predigtstuhl" im Abtswald kennzeichnet den Ort geheimer protestantischer Zusammenkünfte in einem von katholischen Erzbischöfen regierten Kirchenstaat.

Felszeichnungen am Dürrnberg

Die Felszeichnungen an der Hexenwand, unmittelbar über dem Gräberfeld der Dürrnberger Kelten und in nächster Nähe des Salzbergwerkes sind wenig erforscht. Soweit uns bekannt, gibt es keine genaue Datierung der Felszeichnungen, auch die Urheber sind unbekannt. Die Dürrnberger haben der Felswand schon vor langer Zeit den Namen Hexenwand verliehen. Keine Felswand wird ohne Grund "Hexenwand" genannt. Den Dürrnbergern wird sehr wohl das Besondere dieses Ortes bewusst gewesen sein. In dem Gräberfeld vor der "Hexenwand" wurde im übrigen die berühmte Schnabelkanne gefunden, heute Prunkstück der Sammlung des Salzburger Landesmuseums Carolino Augusteum.

felszeichnung radDie "Hexenwand" selbst, unmittelbar über dem Gräberfeld, trägt noch sichtbare Reste von Felszeichnungen, wenn auch Zerstörung und der dichte Bewuchs von schwarzen Flechten an der ehemals hellen Kalkwand überhand genommen haben. Kaum zu erkennen sind noch sogenannte anthropomorphe Gestalten, das heißt menschenähnliche Figuren, das Radkreuz und anderes mehr. [...]

Die keltische Kunst geht aber betont vom Geometrischen ab. Bei eingehender Besichtigung des Keltenmuseums in Hallein wird man sich davon überzeugen können, dass die Felsritzungen der "Hexenwand" keine Beziehung zur Keltenkunst haben und irgendwelche Motive aus dem Felsbild-Inventar im allgemeinen, etwa auf keltischen Waffen, Schmuck und Geräten - wie es doch sein könnte - nicht vorhanden sind. [...]

felszeichnungRäter, Illyrer, Ligurer, Veneter - da, wo Felsbilder sind, tauchen die Namen vorrömischer Bevölkerungen immer wieder auf.

aus: Ebers, Edith / Wollenik, Franz: Felsbilder der Alpen. Hallein, Burgfried Verlag 1982