Geschichte des Dürrnbergs

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Die Geschichte des Dürrnberges ist untrennbar mit dem Salz verbunden: Schon vor über 4000 Jahren nutzten die Menschen der Steinzeit salzhaltige Quellen, die Kelten beherrschten schon den Bergbau unter Tage. Viele Jahrhunderte war der Dürrnberg eines der Zentren der Salzproduktion in Mitteleuropa, bis der Import von billigem Meersalz nach der Eingliederung in das römische Imperium die Produktion zum Erliegen brachte und die wirtschaftliche Grundlage der keltischen Siedlungen am Dürrnberg zerstörte.

Der Salzbergbau und damit eine intensive Nutzung des Dürrnberges als Siedlungs- und Wirtschaftsraum setzte erst im Mittelalter wieder ein und dauerte von da an bis zum Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. Die Menge des geförderten Salzes und die Monopolstellung der Salzburger Erzbischöfe sicherten den Reichtum des Landes Salzburges. Mit wenig feinen Methoden wurde die konkurrenzierende Saline in Bad Reichenhall geschwächt und der Dürrnberg zum führenden Salzproduzenten entwickelt. Aus dem Markt Mühlbach entwickelte sich in kurzer Zeit die Stadt Hallein, spätestens seit dem Jahr 1230 mit dem Stadtrecht ausgestattet, die ebenfalls fast ausschließlich vom Salzbergbau und -verarbeitung, sowie den dazugehörigen Handwerken lebte. Heutzutage wird ausschliesslich "Erhaltungsbergbau" betrieben und ein Schaubergwerk zieht jährlich hunderttausende Touristen an.

Protestantenvertreibung

Ein düsteres Kapitel in der Geschichte des geistlichen Fürstentums Salzburg ist die Verfolgung und Vertreibung Andersgläubiger. Jüdische Gemeinden wurden im Hexenwahn ausgelöscht, die Salzburger Protestanten, die sich an den Lehren Luthers orientierten unterdrückt und oftmals des Landes verwiesen. Ende des 17. Jahrhunderts wurden 70 Dürrnberger Knappen und ihre Familien des Landes verwiesen. Ihr Besitz und ihre Fähigkeiten blieben dem Erzbischof allerdings erhalten: Bevor sie das Land verlassen "durften", mussten sie rechtgläubige Bergknappen in die Arbeit einschulen, ihr Besitz war in der Kürze der Zeit nicht veräußerbar.

Josef Schaitberger Höhepunkt und Abschluss der Vertreibung war die Ausweisung von in etwa 22.000 protestantischen Salzburgern in der Mitte des 18. Jahrhunderts, veranlasst durch das Emigrationspatent Erzbichof Firmians. Viele der Vertriebenen überlebten die beschwerliche Reise in ihre neuen Heimaten in Sachsen, Ostpreussen, Holland und Amerika nicht.

Josef Schaitberger, Prediger und Bergknappe, Verfasser der berühmten "evangelischen Sendbriefe"

 

Die Salinenkonvention

Die Österreichisch-Baerische Salinenkonvention von 1829 regelte das Verhältnis zwischen Salzburg und Bayern regelte die für den Bergbau unerlässliche Holzgewinnung, den Vortrieb unter Tage auf das jeweils andere Staatsgebiet und verbriefte die Rechte alteingsesessener Dürrnberger und Berchtesgadener auf eine Arbeitstelle im Dürrnberger Bergbau. Das Recht auf einen Arbeitsplatz war nicht an Personen sondern an Grundstücke gebunden. Dieser älteste gültige Staatsvertrag der Republik erst im Jahre 1957 neu gefasst und ist trotz der geänderten Situation (Einstellung des Dürrnberger Salzbergbaus) unverändert gültig.

Das Salzbergwerk stellt den Betrieb ein

Am 31. Juli 1989 wurde die Saline auf der Halleiner Pernerinsel stillgelegt, der Salzbergbau war bis auf den Erhaltungsbergbau damit unwiederbringlich beendet. Eine jahrtausendealte Tradition und ein wesentlicher Bestandteil der Halleiner Identität als Arbeiter- und Bergbaustadt abrupt beendet. Wirtschaftlich wenig bedeutsam - auch der Verlust an Arbeitsplätzen war verhältnismäßig gering - trug die Salinenschliessung zu einer langjährigen Identitätskrise der Stadt bei, die erst allmählich überwunden wird.